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Weg
mit dem Speck - Bauchumfang ist Herzenssache
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Lichtwer |
Lieber
ein bisschen mollig als gertenschlank? Lieber Rubens-Statur als
Twiggy-Taille? Lieber Pfundskerl als Spargeltarzan? Recht so,
solange Sie sich in Ihrer Haut wohl fühlen und die Gesundheit
nicht leidet. Über entsprechende Risiken entscheidet weniger,
welches Gewicht Sie auf die Waage bringen. Maßgeblicher ist die
Verteilung des Körperfetts. Konzentriert sich das meiste am
Bauch, sollten Sie auf die Fettbremse treten. Denn bereits ab
einem Bauchumfang von 88 (Frauen) bzw. 102 Zentimetern (Männer)
sind verkalkte Adern und damit Erkrankungen von Herz und Kreislauf
vorprogrammiert.
Fettzellen
aktiv wie eine Drüse
Hintergrund:
Fettgewebe ist mehr als ein Energiespeicher für schlechte Zeiten.
Es ist nämlich aktiv am Stoffwechsel beteiligt und gibt wie eine
Drüse Hormone ab, die sich im Organismus störend auswirken können.
Besonders aktiv sind Fettzellen, die den inneren Bauchraum
auskleiden und sich auf den hier befindlichen Organen breit
machen. Je dicker der Bauch, desto größer das Risiko, dass der
Blutdruck, die Blutfettwerte und der Blutzuckerspiegel ansteigen.
Unter dieser schädlichen Kombination, die Ärzte als
metabolisches Syndrom bezeichnen, leiden die Innenwände der
Blutgefäße. Blutfette lagern sich ab, die Adern verengen sich.
Es drohen Blutgerinnsel, die den Blutfluss zum Stillstand bringen
und damit die Versorgung des Herzens oder des Gehirns mit
Sauerstoff unterbrechen – das bedeutet Herzinfarkt oder
Schlaganfall. Weniger schädlich für die Gefäße sind hingegen
frauentypische Fettansammlungen an Hüften, Gesäß und
Oberschenkel.
Erhöht
ist auch das Diabetes-Risiko, denn Bauchfett behindert die Arbeit
von Insulin, des Hormons, das den Blutzuckerspiegel reguliert.
Zudem setzen Fettpolster im Bauchbereich vermehrt Östron, eine
Variante des weiblichen Geschlechtshormons Östrogens, frei, das
die Teilung von Brustzellen ankurbelt und damit das Krebsrisiko,
vor allem nach den Wechseljahren, erhöht.
Abspecken
zahlt sich aus
Schwindet
der “Rettungsring” am Bauch, bekommt die Gesundheit Auftrieb.
Beim Abspecken zahlt sich jeder Zentimeter aus: Schon eine
Gewichtsreduktion um fünf bis zehn Prozent lässt das innere
Bauchfett um knapp ein Drittel schmelzen und senkt entsprechend
das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Je nach Ausgangsgewicht,
Geschlecht und Alter empfehlen Ärzte, pro Tag zwischen 500 und
800 Kalorien einzusparen. Vorfahrt haben jetzt viel frisches Obst
und Gemüse sowie der Umstieg auf gesunde Fette (siehe Kasten).
Die
Ausdauer trainieren
Anders
essen allein reicht jedoch nicht. Die Pfunde schwinden erst
nachhaltig bei zusätzlicher regelmäßiger Bewegung, die nicht
auspowert, sondern die Ausdauer trainiert, z. B. Wandern, Radeln
und Schwimmen. Die Ziele sind klar: Der Blutdruck sollte im
Ruhezustand maximal 130 zu 85 betragen, der auf nüchternen Magen
gemessene Blutzucker 100 mg/dl nicht überschreiten. Bei den
Blutfetten gelten 150 mg/dl für die Triglyzeride als oberes
Limit. Das “gute” Cholesterin, also der Gefäßputzer HDL,
sollte bei Frauen mindestens 50 mg/dl, bei Männern über 40 mg/dl
erreichen.
Praktische
Tipps zum Fettabbau und Adressen von Selbsthilfegruppen finden Sie
im Internet unter: bauchumfang-ist-herzenssache.de.
Übrigens: Dick machen nicht nur Esslust und Trägheit. Schuld
kann auch sein, wenn der Körper zu wenig männliche Hormone,
insbesondere Testosteron, bildet, was auch auf Frauen zutreffen
kann. Sprechen Sie Ihren Arzt auf diese Möglichkeit an, wenn alle
Anstrengungen abzuspecken nicht gefruchtet haben.
Fett
ist nicht gleich Fett
Pflanzliche
Fette sind bekanntlich gesünder als tierische. Eine Ausnahme
macht jedoch Fischöl, genauer: die in Hochseefisch enthaltenen
Omega-3-Fettsäuren. Makrele, Hering, Lachs sollten mindestens
einmal die Woche auf dem Speiseplan stehen. denn sie senken zu
hohe Blutfettwerte und können daher vor Arterienverkalkung und
Herzinfarkt schützen. Wer keinen Fisch mag, greift alternativ zu
hochkonzentrierten Omega-3-Präparaten (Apotheke). Eine
Langzeitstudie aus Japan, die unlängst auf der Tagung der
American Heart Association Furore machte, ergab: Personen, die
ihre zu hohen Cholesterinspiegel mit Medikamenten senken müssen,
profitieren zusätzlich von der Einnahme der Fischöl-Konzentrate
– das Herzinfarktrisiko sinkt um fast 20 Prozent. Übrigens:
Auch in den Samen mancher Pflanze stecken die gesunden
Omega-3-Fette, z. B. die Alpha-Linolensäure im Öl der
Perilla-Pflanze. Ihr Apotheker berät Sie gern!
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